Italien (Italy)

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Einstellung gegenüber Ausländern

Italiener sind Ausländern gegenüber sehr freundlich eingestellt, wahrscheinlich bedingt dadurch, dass Italien ein beliebtes Touristenziel ist, was durch seine Geschichte, der natürlichen Schönheit und der Kultur die Besucher in seinen Bann zieht.

Allgemein betrachtet existieren keine großen Vorurteile im Land, auch wenn unterschwellige Formen von Rassismus wahrgenommen werden könnten. Die Bedeutung und Rechte von Einwanderern in der italienischen Gesellschaft (z.B. das Stimmrecht für Ausländer, Jährliche Beschränkung der Einwanderungsströme, etc.) sind momentan Thema in umfangreichen politischen Debatten.

Bildung

Bildung ist allgemein verpflichtend für 10 Jahre. Dies umfasst im ersten Bildungsabschnitt Grundschul- und Sekundarbildung, sowie zwei Jahre des zweiten Bildungsabschnittes (von 6 bis 16 Jahren). Die zwei verpflichtenden Jahre am Ende (zwischen 14 und 16 Jahren) können entweder in einer Oberschule absolviert werden, oder aber durch den Besuch einer dreijährigen Berufsfachausbildung (welche unter die Leitung der Regionen fallen).

Die Universitäten sind unterteilt in verschiedene Fakultäten, welche dann einen Abschluss verleihen („Laurea“). Das vorherige System ermöglichte einen Universitätsabschluss nach vier oder fünf Jahren, dem dann eventuell die Promotion folgte. Seit 1999 gilt eine neue Regelung, welche die dreiteilige Unterteilung der Universitätsabschlüsse einführte. Es wird unterschieden zwischen einem Grundabschluss nach drei Jahren, einen spezialisierten Abschluss nach zwei Jahren und dem Doktortitel. Das höhere Bildungssystem bietet eine Vielzahl an privaten und öffentlichen Universitätskursen an, welche allgemein „Master“ genannt werden.

Unter den älteren Generationen lassen sich im IT Wissen und Fremdsprachenkenntnissen im Allgemeinen Lücken aufweisen. Der Situation wird allerdings durch die nachrückenden Generationen entgegengewirkt, da IT und Sprachkurse auf allen Ebenen des Schulsystems, schon in der Grundschule, verpflichtend eingeführt wurden.

Junge Menschen sind sehr am internationalen Reisen interessiert und zeigen großes Interesse an europäischen Austauschprogrammen. Viele italienische Studenten treten Projekte der EU Länder bei, um ihr Hochschulstudium abzuschließen oder um an Forschungsprojekten an anderen europäischen Universitäten teilzunehmen.

Kontakte herstellen

In der Kommunikation mit einander ist es sehr sichtig, sowohl die richtige Sprache als auch die adäquaten Gesten anzuwenden. Dies gilt vor allem für Italien. Gesten mit der Hand und persönlicher Kontakt sind Bestandteile italienischer Unterhaltungen. Das Vergrößern des Abstandes oder das Beibehalten von einer größeren Distanz kann als unfreundlich angesehen werden. Italiener lassen sich oft von Gefühlen leiten und Vertrauen ist sehr wichtig, um gute Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Versuchen Sie während eines Treffens zu vermeiden, dass das Gefühl von Eile entsteht, da dies als unhöflich oder als Zeichen von Schwäche wahrgenommen wird. Sie sollten Small Talk initiieren und Ihr Interesse an italienischem Essen, Kunst, Mode oder Sport demonstrieren.

Normalerweise sollte der erste Kontakt mit italienischen Geschäftspartnern förmlich ablaufen. Sie sollten entweder eine E-Mail schicken, einen Anruf tätigen oder ein Brief oder Fax senden.

In letzter Zeit haben italienische Unternehmen begonnen Soziale Medien, wie beispielsweise LinkedIn, zu benutzen, um ihre Unternehmen zu promoten. Viele Kontakte wurden durch dieses Kommunikationsmittel initiiert.

Bitte denken Sie daran, dass Italiener nach dem ersten Kontakt lieber Geschäftliches persönlich abwickeln anstatt per Telefon, Fax oder E-Mail.

Sollten Sie kein Italienisch sprechen, so sollten Sie dies in Ihrem Brief, E-Mail oder Fax deutlich machen und deuten Sie die Sprache an, in der  Sie sich am sichersten fühlen. Italienische Geschäftsmänner sprechen oft kein Englisch und sind auf den Einsatz eines professionellen Übersetzers vorbereitet.

Business Etikette – Business Meetings

Die sicherste Vorgehensweise beim Organisieren oder Beiwohnen eines italienischen Geschäftstreffens ist die, sich einheimisch zu verhalten. Ihr Geschäftspartner wird Ihr kulturelles Feingefühl zu schätzen wissen.

Seien Sie auf längere Verhandlungen mit Ihrem italienischen Partner vorbereitet. Oft laufen Verhandlungen sehr langsam ab, da Italiener zum einen dazu neigen Vor- und Nachteile genauestens abzuwägen und da zum anderen der Entscheidungsprozess in italienischen Unternehmen hierarchisch aufgebaut ist.

Es ist üblich, dass Geschäftstreffen mit der Einladung zu einem auswärtigen Essen enden, typischerweise in ein sorgfältig ausgewähltes Restaurant, um eine engere Beziehung zum Geschäftspartner aufzubauen.